Freitag, 15. August 2008

The Teaming of a Crew

Eine andere Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, die in engem Zusammenwirken eine bestimmte zielgerichtete Tätigkeit verrichten, ist das aus der Seemannssprache stammende Wort Crew. Die Crew-Arbeit ist dadurch gekennzeichnet, dass bestimmte Mitglieder nach einem genau festgelegten Ablauf bestimmte, genau vorgeschriebene Handlungen vollziehen. Sollte es dabei einem Crew-Mitglied einfallen, seine Station zu verlassen, um seinen mit Schwierigkeiten kämpfenden Nebenmann bei dessen Aufgabe zu unterstützen, müsste er dafür mit einem strengen Verweis oder noch Schlimmerem rechnen.

In einer Crew soll jeder seine Spezialkompetenz einbringen und die vorgeschriebene Tätigkeit effizient mit höchstmöglicher Zuverlässigkeit nach den festgelegten Regeln sozusagen phantasielos verrichten, nicht mehr. Die Gesamtverantwortung hat der Kapitän. Aus gutem Grund bezeichnet sich deshalb auch die Besatzung eines Flugzeugs als Crew und nicht als Team.

Die besondere Herausforderung bei der Teamarbeit in einem heutigen Unternehmen besteht nun darin, der jeweiligen Aufgabe entsprechend das spielerische, individuelle, dynamische und flexible Moment mit den klar definierten, sach- und fachkompetenten Leistungen, die keinen Spielraum zulassen, zu verbinden. Man muss also der spielerischen Qualität der Teamarbeit punktuell die Qualität und Arbeitsweise einer Crew geben. In Anspielung auf einen berühmten Titel aus der Weltliteratur könnte man diese Aufgabe als „The Teaming of a Crew“ bezeichnen.

Das ist nach heutigem Verständnis die Art und Weise, wie Teamwork in einem Industrieunternehmen betrieben werden soll. Der Effekt ist genau der, den die Verfechter des Teamwork-Gedankens bei richtiger Anwendung desselben voraussagen:
hohe Motivation der Mitarbeiter,
hohe Arbeitsleistung und gute Arbeitsergebnisse,
hohe Arbeitszufriedenheit,
starke Identität der Mitarbeiter und
hohe Identifikation mit dem Team und dem Unternehmen –
und in der Gesamtwirkung: der unternehmerische Erfolg.

(Dr. phil. Julius Lengert, Das Prinzip Tutzek, Bangert-Verlag, München, 2007)

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